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 DER ORT INNERINGEN
Historisches

HISTORISCHES
 

Historisches über Inneringen

Es ist eine höchst eigenartige Tatsache, dass es bis heute nicht gelungen ist, zu klären, zu welcher Herrschaft Inneringen vor dem 13. Jahrhundert gehört hat. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1135 in der Chronik des Zwiefalter Mönches Ortlieb, in der dieser vermerkte, dass eine "Gouta" von Inneringen dem Kloster eine Reliquie geschenkt habe. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dieser "Gouta" (übrigens nicht zu verwechseln mit Gouda, das ist nämlich Käse) um eine Adelige handelte, die vielleicht sogar auf dem Herrensitz lebte, der für Inneringen nachgewiesen werden konnte.

Vom 13. Jahrhundert an werden die Herren von Schiltau als Ortsherren angesehen. Die Burg Schiltau lag auf einer felsigen Anhöhe in Jungnau, sie ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Burg Jungnau, die von den Herren von Jungingen erbaut wurde. Die Edlen von Schiltau waren ein Ministerialgeschlecht, welche teilweise auch im Dienst der Grafen von Veringen standen.

Der Kirchensatz, also das Recht, den örtlichen Pfarrer zu präsentieren, wurde 1317 von eben diesen Herren von Veringen an die Truchsessen von Rohrdorf abgetreten. Diese hatten jedoch wohl keine rechte Freude daran, denn schon 1338 verkauften sie den Kirchensatz an Burkhart von Jungingen. 1355 ging der ganze Ort Inneringen dann definitiv in den Besitz der Herren von Hohenfels-Jungingen über. Doch auch die Hohenfels-Junginger blieben nicht lange am Ruder: Schon 12 Jahre später verkauften sie Inneringen an die Herren von Reischach, die es bis 1418 behalten sollten. Die Stammburg der Herren von Reischach lag auf der Gemarkung Walbertsweiler in der Gegend von Wald (Landkreis Sigmaringen).

Der entscheidende weitere Übergang Inneringens an eine neue Herrschaft findet dann 1418 statt: Mechthild von Reischach hatte ein Jahr zuvor Heinrich von Häningen geheiratet. Dieser machte sich nun daran, das Erbe seines Schwiegervaters Conrad von Reischach zu verteilen, Inneringen kommt mitsamt Kirchensatz an die Herren von Werdenberg. Diese hatten dann offensichtlich mehr Freude an der Albgemeinde, denn bis zum Aussterben dieser Linie im Jahr 1534 (Graf Christoph war das letzte Mitglied der Familie im Mannesstamm) blieb Inneringen als Bestandteil der Herrschaft Jungnau in ihrem Besitz.

Das Haus Österreich und Graf Joachim von Zollern hatten die Verteilung der Werdenbergischen Besitztümer mit dem Segen von Kaiser Karl V. untereinander geregelt. Inneringen fiel demnach zusammen mit der Herrschaft Jungnau an den Grafen Friederich den Älteren von Fürstenberg, den Schwiegersohn des Grafen Christoph von Werdenberg. Schon damals sorgte man also dafür, dass alles in der Familie blieb. Und schon damals ging es nicht ohne Streit ab. Im nachhinein gab es Streit zwischen den Zollern und den Fürstenbergern bezüglich der Verteilung des Erbes, dieser wurde jedoch 1540 im "Pfullendorfer Vertrag" geschlichtet.

Während der Fürstenbergischen Herrschaftszeit wurde der Kirchensatz auch von diesen ausgeübt. Die Inneringer Pfarrei war eine der begehrtesten und wohlhabendsten Pfründe (Insider sprachen von einer "fetten Pfründe"), wohl auch aus diesem Grund sind in der Liste der Inneringer Pfarrherren (siehe unten) auch zahlreiche Adlige enthalten.

Die Zugehörigkeit zum Fürstentum Fürstenberg ist auch der Grund dafür, dass Inneringen im Zeitalter der Reformation katholisch blieb. Die damals württembergischen Landesteile wurden evangelisch, während Fürstenberg, der Herrschaftsbereich der Habsburger (Vorderösterreich) sowie die benachbarten Ländereien des reichsunmittelbaren Klosters Zwiefalten katholisch blieben.

Ob die lange Herrschaftszeit derer von Fürstenberg der Grund dafür ist, dass in Inneringen auch heute noch gerne Fürstenberg Pilsener getrunken wird, lässt sich nicht ergründen. Das ebenfalls feilgehaltene Sigmaringer Zoller Pils erfreut sich jedenfalls bei weitem nicht einer entsprechenden Beliebtheit.

Inneringen blieb bis zum Jahr 1806 unter Fürstenbergischer Hoheit. Napoleon löste im Rahmen der Mediatisierung des Fürstentum Fürstenberg auf, auf der Grundlage der Rheinbundakte erhielt das deutlich kleinere Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen die Landesherrschaft über die Herrschaft Jungnau mit Inneringen (die Hohenzollern hatten über die Fürstin Amalie-Zepherine einfach die deutlich besseren Connections zu Napoleon - schon damals lief ohne Vitamin B gar nichts...). Verwaltungsmäßig blieb Inneringen jedoch bis zur Auflösung des Obervogteiamts in Jungnau 1840 bei der Herrschaft Fürstenberg. Schon damals brauchte man für Verwaltungsreformen offensichtlich einen sehr langen Atem.

Ab 1806 war Inneringen somit staatsrechtlich Hohenzollerisch geworden. Die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und ihre vor allem wirtschaftlich weniger erfolgreichen Vettern von Hohenzollern-Hechingen waren jedoch des Regierens bald überdrüssig. Im Jahr 1850 verkauften sie ihre gesamten Herrschaften an ihre evangelischen Vettern aus Preußen. Inneringen und ganz Hohenzollern hießen fort an "Königreich Preußen - Hohenzollern'sche Lande". Entsprechende Grenzschilder sind auch heute noch vielfach erhalten und schmücken so manches Rathaus. Noch heute sind beispielsweise im Gewann "Hof" alte Grenzsteine erhalten, die auf der einen Seite "KP" für Königreich Preußen und auf der anderen Seite "KW" für Königreich Württemberg eingemeisselt haben - Inneringen war schließlich Grenzgebiet, die Nachbarorte Egelfingen, Emerfeld und Ittenhausen waren Württembergisch.

Die "Hohenzollernsche Lande" überlebten in Form des Hohenzollerischen Kommunalverbandes noch bis ins Jahr 1973. Dann wurde dieser Verband im Rahmen der Kreisreform endgültig aufgelöst, sehr zum Leidwesen zahlreicher Traditionalisten, die ansehen mussten, wie das einstmals stolze Hohenzollern nunmehr vollständig von der Landkarte verschwand.

Im Rahmen der sich an die Kreisreform anschließenden Gemeindereform in musste schließlich auch Inneringen seine Selbständigkeit aufgeben. Im Rahmen der Landesplanung war ursprünglich vorgesehen, dass Inneringen der Stadt Veringenstadt angegliedert werden sollte, für das benachbarte Hettingen war die Eingemeindung nach Gammertingen vorgesehen. Die beiden letzten "selbständigen" Bürgermeister Johann Georg Brandstetter aus Inneringen und Johann Knaus aus Hettingen sahen jedoch in einem Zusammengehen beider Ortschaften zur neuen Stadt Hettingen eine bessere Lösung. Die Bevölkerung beider Orts stimmten diesem Ansinnen im Rahmen eines Bürgerentscheids mit großer Mehrheit zu, und so konnte zum 1. Januar 1975 der Zusammenschluss durchgeführt werden.

Nachdem beide Stadtteile als gleichberechtigt angesehen wurden, wird der Gemeinderat jeweils mit 6 Vertretern paritätisch besetzt. Aus diesem Grund wurde auch für Inneringen keine Ortschaftsverfassung eingeführt, es gibt keinen Ortschaftsrat und auch keinen Ortsvorsteher. Der Sitz der Stadtverwaltung ist in Hettingen, seit 1993 im renovierten Schloss. In Inneringen gibt es eine leistungsfähige Ortschaftsverwaltung, bei der sämtliche Angelegenheiten erledigt werden können.

Von 1975 bis 1999 war Johannes Müller Bürgermeister der Stadt Hettingen, von 1999 bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister der Stadt Mengen Stefan Bubeck. Seit 2008 übt Uwe Bühler dieses Amt aus.

Nachdem das Zusammenwachsen der beiden Gemeindeteile seit der Gemeindereform bei aller Rivalität einigermaßen gelungen war - seit 2002 spielen Inneringer und Hettinger zusammen Fußball - wurde die das Verhältnis im Herbst 2007 einer Zerreissprobe unterzogen: Aufgrund der gravierend gesunkenen Schülerzahlen sah die Stadtverwaltung die Notwendigkeit, eine der beiden Grundschulen im Stadtgebiet zu schließen. In einer denkwürdigen Bürgerversammlung wurden die möglichen Zukunftsmodelle diskutiert, aufgrund der höheren Schülerzahlen und der bereits gewachsenen Kooperation zwischen Schule, Kindergarten und Schulförderverein standen die Chancen gut, dass die Inneringer Grundschule erhalten werden konnte. In der entscheidenden Gemeinderatssitzung tauchten dann jedoch plötzlich elf zusätzliche Schulkinder aus Hettingen auf und die zuvor als notwendig angesehene Schulfusion wurde abgeblasen. Im Frühjahr 2008 kam es dann doch zu einer Änderung: Aufgrund des Weggang des Hettinger Schulleiters wurde die Hettinger Grundschule aufgelöst und ab dem Schuljahr 2008/2009 als Außenstelle der Grundschule Inneringen geführt. Seither firmiert die Schule mit den beiden Standorten als im Rahmen eines bundesweiten Modellprojekts als "Bildungshaus der Stadt Hettingen".

Im Jahr 2008 nahm Inneringen am Kreisentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" teil. Gemeinsam mit Illmensee und Friedberg (Saulgau) konnte dabei ein 1. Preis verbucht werden.
Quelle: www.inneringen.de